Modul 1: Herausforderndes Verhalten
Herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Autismus
Referent: Thomas Feilbach
Vor dem Hintergrund der Besonderheiten bei Menschen mit Autismus gilt es, ein besseres Verständnis für die Entstehungszusammenhänge, mögliche Ursachen und Funktionen möglicher herausfordernder Verhaltensweisen zu entwickeln. Erst auf dieser Basis können Maßnahmen für die Prävention und den Aufbau alternativer Verhaltensweisen entwickelt werden.
Neben dem Aspekt der Prävention ist es ebenfalls wichtig, Strategien für den direkten Umgang mit den herausfordernden Verhaltensweisen zu finden.
Hilfen bietet dabei der Low-Arousal-Ansatz, der den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von herausfordernden Verhaltensweisen und dem damit verbunden oft hohen Erregungsniveau aller an der Situation beteiligten Personen näher in den Blick nimmt. Er zeigt Strategien auf, die es ermöglichen, spannungsreiche Situationen zu deeskalieren, Machtkämpfe zu vermeiden und die Würde des Gegenübers aufrecht zu erhalten.
Neben Prävention und Deeskalation ist auch der Aspekt von Nachsorge in Bezug auf herausorderndes Verhalten relevant. Was brauchen alle Beteiligte nach einem Vorfall, um die eigene emotionale Stabilität wiederzuerlangen und sich wieder gut begegnen zu können?
Lernziele
- Reflexion der eigenen Haltung zum Umgang mit herausforderndem Verhalten
- Mögliche Entstehungszusammenhänge von herausforderndem Verhalten besser verstehen
- Erklärungsansätze möglicher Funktionen und Ursachen des Verhaltens für die eigene Praxis anwenden (Funktionale Verhaltensanalyse und Eisbergmodell)
- Entwicklung von hypothesengeleiteten Maßnahmen zum Aufbau alternativer Verhaltensweisen
- Einbeziehen ethisch und rechtlich relevanter Aspekte
- Kennenlernen präventiver und deeskalierender Strategien und wichtige Aspekte in der Nachsorge auf Grundlage des Low-Arousal-Ansatzes
- Schreiben von Handlungsplänen zum sichereren Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen
- Anwendung des gelernten auf eigenen Praxisbeispiele