Modul 2: Förderdiagnostik

Förderdiagnostik

Referentin: Dr. Anne Häußler

Welche Inhalte sind für die Förderung meines Klienten angemessen? Welche Ziele sind realistisch? Wie sollte die Förderung gestaltet sein? - Antworten auf diese Fragen gibt uns eine gezielte Förderdiagnostik, die zu Beginn einer Maßnahme stehen muss.

Im Rahmen der Förderdiagnostik geht es immer um die Erhebung von Kompetenzen und das Aufdecken der Aspekte, die noch der Entwicklung und Unterstützung bedürfen. Wir versuchen herauszufinden, was die Person (schon) kann und welche Inhalte Gegenstand einer Förderung sein sollten. Doch die autismusspezifische Förderdiagnostik geht über die Inventarisierung von Kompetenzen hinaus und geht auch der Frage nach, wie die Person Informationen aufnimmt und verarbeitet, was Einfluss auf ihr Denken, Lernen und Handeln hat. Nur wenn wir wissen, in welcher Weise sich die autistische Wahrnehmung bei einer Person auswirkt, können wir diese in der Gestaltung von Förderangeboten berücksichtigen.

Im Rahmen dieses Seminars beschäftigen wir uns mit formellen und informellen Verfahren zur Förderdiagnostik bei Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Neben standardisierten Instrumenten zur systematischen Erfassung eines allgemeinen Entwicklungs- oder Kompetenzprofils werden auch einige Leitfäden und Systematiken zur gezielten Erhebung spezifischer Fähigkeiten vorgestellt.
Konkret bekommen Teilnehmende einen Einblick in das PEP-R/PEP-3 (Entwicklungs- und Verhaltensprofil für Kinder) und das TTAP (TEACCH Transition Assessment Profile für Jugendliche und Erwachsene mit einer intellektuellen Beeinträchtigung), sowie Anregungen zu einer informellen, jedoch systematischen Förderdiagnostik bei Personen mit Asperger Syndrom. Weiterhin erhalten Teilnehmende Leitfäden zur gezielten Förderdiagnostik und Förderplanung in Bezug auf Fähigkeiten zur Interaktion und funktionalen Kommunikation. Neben der Erhebung relevanter Informationen werden wir uns auch mit der Ableitung individueller Förderziele beschäftigen.