Modul 8: Förderung sozialer Kompetenzen

Freunde finden? Gern! Aber wie? Förderung sozialer Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen

Referenten: Manuela Gregers, Dr. Tobias Leppert

Soziale Kontakte zu leben ist für viele Menschen mit Autismus eine große Herausforderung. Ihre spontane Aufmerksamkeit richten Menschen mit Autismus selten auf soziale und kommunikative Reize. Daher bauen sie nur einen geringer ausgeprägten Erfahrungsschatz im Bereich sozialer Kompetenzen auf. Durch die schwächer ausgeprägte sog. Theory of Mind haben Kinder und Jugendliche mit Autismus Schwierigkeiten in der Aufnahme und Gestaltung von Beziehungen zu anderen Menschen, insbesondere zu Gleichaltrigen. Diese Besonderheiten können zu vielfältigen Problemen in allen Lebensbereichen führen: es entstehen keine oder nur wenig Freundschaften, es besteht das Risiko einer Isolation, Mobbing kann vorkommen etc. In der Pubertät können sich die Probleme noch weiter verstärken.

Soziale Kompetenzen spielen eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Bewältigung des Lebensalltags. Bei der therapeutischen Unterstützung von Menschen mit Autismus hat es sich bewährt, sowohl soziale Kompetenzen zu vermitteln als auch die Umwelt (Familie, Erzieher, Lehrer usw.) für die Besonderheiten autistischer Menschen zu sensibilisieren. In der Einzeltherapie erworbene und erprobte Fähigkeiten können weiterführend in sozialen Kompetenzgruppen generalisiert werden.

Dieses Seminar gibt Einblick in die Komplexität sozialer Kompetenzen. Es werden die Grundlagen der sozial-kommunikativen Entwicklung von Menschen mit Autismus sowie verschiedene Methoden zur Förderung sozialer Kompetenzen anhand vieler praktischer Beispiele vorgestellt und praktisch erprobt – mit einem Fokus auf Kinder und Jugendliche mit Autismus.

Am Ende des Seminars können folgende Fragen beantwortet werden:

  1. Was sind soziale Kompetenzen und wie werden diese aufgebaut?
  2. Was läuft in der Entwicklung sozialer Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus anders?
  3. Welche Individuellen und gruppenspezifischen Fördermöglichkeiten gibt es?
    Und Methoden: Erzählhilfen, Soziale Geschichten, Blickwinkelgeschichten, Comic-Strip-Conversations, Rollenspiele, unterschiedliche Formen von Sozialen Kompetenzgruppen
  4. Wie kann Therapie dazu beitragen, eine jeweils passende Teilhabe von Menschen mit Autismus an der Gemeinschaft zu ermöglichen, auszubauen und langfristig zu stabilisieren?
  5. Anwendung des Gelernten auf Fragestellungen der Seminarteilnehmer

Es geht vor allem darum, Menschen mit Autismus Freude an sozialer Interaktion zu vermitteln. Dabei zeigt sich: Es gibt nicht das eine richtige Muster für soziale Kontakte. Diese können ganz individuell, vielfältig und bunt gestaltet sein.


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