Modul 9 : Förderung sozialer Kompetenzen: Einzel- und Gruppenangebote
Förderung sozialer Kompetenzen bei Menschen im Autismus-Spektrum – Grundlagen, Methoden und Praxis.
Referentin: Dipl.-Psych. Anita Eichler
Soziale Kompetenzen sind zentral für eine gelingende Alltagsbewältigung. Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sind jedoch gekennzeichnet durch tiefgreifende, individuell ausgeprägte, Beeinträchtigungen und Herausforderungen im Bereich der sozialen Interaktion. Auch für Menschen im Autismus-Spektrum sind soziale Kontakte in der Regel ein relevantes Bedürfnis, dem gegenüber vielfältige Schwierigkeiten beim Anbahnen und Gestalten dieser Kontakte stehen.
Oft ist die Art der Kontaktgestaltung ungewöhnlich oder gar unangemessen. Vielfach fehlt es bereits an grundlegenden Fähigkeiten und Voraussetzungen, um eine wechselseitige Interaktion überhaupt eingehen zu können. Überforderungen durch soziale Anforderungen, implizite Regeln, aber auch Wahrnehmungsbesonderheiten verhindern häufig die Teilnahme an gemeinsamen Aktivitäten und somit die Möglichkeit, Interaktionsfähigkeiten zu erwerben oder zu erweitern.
In der therapeutischen Arbeit mit Menschen im Autismus-Spektrum hat es sich bewährt, soziale Fähigkeiten gezielt zu fördern und gleichzeitig das Umfeld – z.B. Familie, pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte – für autistische Besonderheiten zu sensibilisieren. In der Einzeltherapie erworbene Fähigkeiten können in weiterführenden Gruppensettings geübt und vertieft werden – unabhängig vom Alter. Für die Gruppenteilnehmenden entsteht so im geschützten Rahmen ein Übungsraum für soziale Interaktion und die Möglichkeit, soziale Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen.
Ziel ist es, Menschen im Autismus-Spektrum dabei zu unterstützen, ihren Handlungsspielraum zu erweitern und (mehr) Sicherheit in sozialen Situationen zu erlangen. Damit wird die Teilhabe an Gemeinschaft individuell passend ermöglicht und langfristig stabilisiert. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch im Autismus-Spektrum und sein individueller Bedarf.
Das Seminar behandelt Grundlagen der sozial-kommunikativen Entwicklung von Menschen im Autismus-Spektrum und vermittelt die Komplexität sozialer Kompetenzen sowie Einblicke in zugrundeliegende Wahrnehmungsbesonderheiten. Methoden zum Aufbau und der Förderung sozialer Kompetenzen wie z.B. Rollenspiele, Social Stories© oder Comic-Strip-Conversations sowie Gruppentrainings für unterschiedliche Altersstufen werden vorgestellt. Durch Praxisübungen, Fallbeispiele und begleitende Materialien erhalten Teilnehmende konkrete Werkzeuge um Teilhabe und Selbstwirksamkeit zu fördern. Es besteht zur weiteren Vertiefung die Möglichkeit, eigene Fälle in (kollegialen) Fallbesprechungen vorzustellen.
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